Seit Oktober 2025 verstärkt Andreas May das Team von KHS. Im Interview spricht er über seinen ungewöhnlichen Einstieg in die Wirtschaftsprüfung, prägende Erfahrungen in großen Kanzleien und darüber, warum er sich bewusst für KHS als Boutique-Kanzlei entschieden hat.
Andreas, du bist seit gut drei Monaten Teil des KHS-Teams. Kannst du deinen bisherigen beruflichen Werdegang in wenigen Worten beschreiben?
Die Wirtschaftsprüfung war tatsächlich nicht mein erster Berufswunsch. Nach dem Abitur habe ich zunächst eine Ausbildung bei einem großen Versicherungsunternehmen gemacht und dort als Sachbearbeiter gearbeitet. Gegen Ende der Ausbildung habe ich mir sehr bewusst die Frage gestellt, ob ich mir diesen Beruf für den Rest meines Lebens vorstellen kann – und die Antwort war relativ klar: nein.
Mit Mitte 20 habe ich mich daher entschieden, noch einmal neu zu starten und ein BWL-Studium in Aachen aufzunehmen. Dort habe ich schnell meinen Schwerpunkt in der Bilanzierung und Wirtschaftsprüfung gefunden. Nach dem erfolgreichen Abschluss bin ich zu EY, einer der Big-Four-Gesellschaften, gewechselt und war dort rund zehn Jahre tätig. In dieser Zeit habe ich die Wirtschaftsprüfung von der Pike auf gelernt, auf dem gesamten Prüfungsportfolio gearbeitet – von der Assistenz- bis zur Managerfunktion – und sehr viel praktische Erfahrung gesammelt. Parallel dazu habe ich berufsbegleitend das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt.
Was hat dich an der Wirtschaftsprüfung von Anfang an interessiert – und was hält dich seit über zehn Jahren in diesem Berufsfeld?
Mich hat vor allem die Vielseitigkeit begeistert. Kein Mandat ist wie das andere, jede Prüfung bringt neue Fragestellungen mit sich und erfordert ein tiefes Verständnis für unterschiedliche Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verbindet die Wirtschaftsprüfung fachliche Tiefe mit unternehmerischem Denken – genau diese Kombination reizt mich bis heute und sorgt dafür, dass die Arbeit nie eintönig wird.
Welche Erfahrungen oder Stationen haben dich beruflich besonders geprägt?
Bei EY konnte ich sehr viele unterschiedliche Prüfungen gestalten und habe dort ein breites fachliches Fundament aufgebaut. Gleichzeitig gab es im Unternehmen eine Phase der Restrukturierung, in der der Fokus zunehmend auf Kostenoptimierung und verschlankten Prozessen lag. Ehrlich gesagt hat mir diese Entwicklung nicht mehr gefallen.
Für mich sind Feedbackkultur und Wertschätzung elementar, sowohl nach außen im Mandantenverhältnis als auch innerhalb unserer Organisation.
Nach einem Wechsel zu Rödl & Partner, einer weiteren großen Prüfungsgesellschaft, hatte ich zunächst gehofft, dort mehr Raum für persönliche Entwicklung und Mentoring zu finden. Relativ schnell habe ich jedoch gemerkt, dass auch dort standardisierte Abläufe und wirtschaftliche Effizienz im Vordergrund standen. Diese Erfahrungen haben mir sehr klar gezeigt, wie ich künftig arbeiten möchte – und wie eben nicht.
Unabhängig von einzelnen Stationen war auch die Arbeit während der Corona-Zeit sehr prägend für mich. Sie hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass ich jemand bin, der den persönlichen Austausch braucht: physisch vor Ort zu sein, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie Mandanten im Team zu arbeiten und Dinge miteinander zu entwickeln.
Was hat dich schließlich dazu bewegt, den nächsten Karriereschritt zu KHS zu gehen?
Der Kontakt zu KHS entstand über persönliche Gespräche, zunächst mit Lucas, dann auch mit Matthias. Schon beim ersten Austausch hatte ich das Gefühl, dass wir fachlich und vor allem menschlich auf einer Wellenlänge liegen.
Mir war wichtig, einen Ort zu finden, an dem ich nicht nur funktional eingebunden bin, sondern wirklich Verantwortung übernehmen und mich weiterentwickeln kann. Bei KHS habe ich sehr schnell gemerkt, dass genau dieser Anspruch gelebt wird – mit klarer fachlicher Exzellenz, aber eben auch mit einem starken Fokus auf Vertrauen, Austausch und Entwicklung. Dieser erste Eindruck hat sich bis heute vollständig bestätigt.
Wir hast du deine ersten Wochen bei KHS erlebt – gab es etwas, das dich überrascht hat?
Überrascht war ich eigentlich nicht, weil sich vieles bestätigt hat, was ich mir erhofft hatte. Besonders positiv war für mich die enge Zusammenarbeit von Beginn an. Ich konnte ab dem ersten Tag Verantwortung übernehmen, Mandantentermine begleiten und sehr nah erleben, wie hier Themen angegangen und gelöst werden.
Vor allem Matthias war in dieser Phase ein echter Mentor für mich. Er ist exzellent in der Mandantenkommunikation, und ich hatte sofort das Gefühl, dass ich von ihm sehr viel lernen kann. Diese direkte Einbindung und das Arbeiten auf Augenhöhe sind für mich keine Selbstverständlichkeit – bei KHS aber gelebter Alltag.
KHS versteht sich als Boutique-Kanzlei mit einem klaren Qualitätsanspruch. Was bedeutet dieser Ansatz für dich persönlich?
Für mich bedeutet das vor allem einen ganzheitlichen Beratungsansatz. Von der ersten Planung über Diskussionen bis hin zur Lösungsfindung arbeiten wir gemeinsam und individuell an den Themen unserer Mandanten.
Was mir in großen Kanzleien oft gefehlt hat, war das Gefühl, wirklich wahrgenommen zu werden – dort ist man schnell einer von vielen. Bei KHS ist es genau umgekehrt: Unsere Mandanten sind eben nicht einer von vielen, sondern jedes einzelne Mandat wird persönlich begleitet. Wir sehen die Menschen hinter den Zahlen und genau das macht für mich den Unterschied aus.
Worauf legst du in der Zusammenarbeit mit Mandant:innen besonders Wert?
Mir ist wichtig, für meine Mandantinnen und Mandanten der zentrale Ansprechpartner zu sein. Der enge, direkte Austausch auf Augenhöhe ist etwas, das ich sehr schätze und das bei KHS auch konsequent gelebt wird.
Der Arbeitsalltag ist dabei oft sehr dynamisch. Mandanten kommen mit akuten Fragestellungen, für die es schnelle und zugleich durchdachte Lösungen braucht. Genau das motiviert mich: flexibel zu bleiben, neue Lösungswege zu entwickeln und auch mal über den eigentlichen Auftrag hinauszudenken.
Was ich im Team von KHS immer wieder erlebe, ist, dass niemand „Dienst nach Vorschrift“ macht. Wir verstehen uns als Dienstleister im besten Sinne und möchten Mandate ganzheitlich betreuen. Das bedeutet, nicht in Silos zu denken und zu arbeiten, sondern auch dort Unterstützung zu bieten, wo der eigentliche Auftrag formal vielleicht schon geendet ist.
Vielleicht passt es ganz gut zu meinem Verständnis von Beratung, dass man mir meine Haltung nicht nur im Gespräch anmerkt, sondern auch ein Stück weit ansieht. In einer Branche, die eher für graue Anzüge bekannt ist, sind sichtbare Tattoos sicher nicht alltäglich – für mich aber Ausdruck von Persönlichkeit. Und genau die bringe ich auch in meine Arbeit ein: authentisch, verbindlich und ohne Maske.
Gibt es Themenfelder oder Schwerpunkte, die du in den kommenden Jahren bei KHS besonders vorantreiben möchtest?
Ich finde es sehr spannend, dass KHS gezielt Raum für den Ausbau von Nischen bietet – etwa im Bereich Insolvenz, Sanierung und Restrukturierung. Diese Themen sind fachlich anspruchsvoll und zugleich extrem relevant für Unternehmen in herausfordernden Situationen.
Darüber hinaus bauen wir unser internationales Netzwerk stetig aus. Das schafft nicht nur zusätzliche Erfahrungswerte für uns, sondern bietet auch unseren Mandanten einen echten Mehrwert.
Was motiviert dich in deiner täglichen Arbeit am meisten?
Ganz klar: meine Familie. Sie ist mein zentraler Antrieb – sowohl beruflich als auch privat.
Wenn du auf die kommenden Jahre blickst: Was möchtest du bei KHS langfristig erreichen?
Mein Ziel ist es, echten Mehrwert für die Kanzlei zu schaffen und mich gleichzeitig fachlich weiterzuentwickeln. Für 2026 habe ich mir ganz bewusst das „Jahr des Lernens“ vorgenommen – mit zusätzlichen Qualifikationen, neuen Themenfeldern und neuen Mandaten.
Ich habe das Gefühl, dass KHS genau der richtige Ort ist, um sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und aktiv am Wachstum der Kanzlei mitzuwirken. Deshalb blicke ich sehr positiv auf die kommenden Jahre – als Phase des Ausprobierens, der Innovation und des gemeinsamen Wachstums.
Und zum Schluss: Wie sieht für dich der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag aus?
Familie und Sport – vor allem Fußball und Tennis. Und natürlich darf auch ein Kölsch zum Feierabend mal sein.
