Insolvenzen steigen – trotz DAX-Rekord. Wie passt das zusammen?

Teil 1 von 3: Wirtschaftliche Einordnung und strukturelle Ursachen

 

Anfang Januar veröffentlichte das Handelsblatt zwei Meldungen, die auf den ersten Blick kaum widersprüchlicher sein könnten: Einerseits einen deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Auf der anderen Seite einen neuen Rekordstand des deutschen Leitindex DAX, der erstmals die Marke von 25.000 Punkten überschritt.

Bei genauerer Betrachtung löst sich dieser vermeintliche Widerspruch jedoch auf – und offenbart viel über die aktuelle Strukturkrise der deutschen Wirtschaft.

 

Die Realität hinter den Zahlen: Strukturkrise statt Einzelphänomen

Fakt ist: Die deutsche Unternehmenslandschaft steckt tief in einer strukturellen Krise. Die Welle der Großinsolvenzen hat sich 2025 weiter beschleunigt. Laut einer aktuellen Insolvenzanalyse im Auftrag des Handelsblatts mussten im vergangenen Jahr 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro Insolvenz anmelden – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Entwicklung wird auch durch aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigt.

Damit setzt sich ein Trend fort, der seit fünf Jahren anhält. Nach der pandemiebedingten Pleitewelle mit lediglich 163 Fällen im Jahr 2021 haben sich die Großinsolvenzen nahezu verdreifacht.

Die Ursachen sind selten monokausal. Vielmehr entfalten sie in ihrem Zusammenspiel eine zunehmende Dynamik: Eine anhaltende Strukturkrise in der Industrie, zurückhaltende Investitionen infolge schwacher Konsumnachfrage, Fachkräftemangel, bislang kaum wirksame infrastrukturelle Impulse sowie geopolitische Unsicherheiten – vom andauernden Krieg in der Ukraine bis hin zu neuen handelspolitischen Spannungen – setzen Unternehmen erheblich unter Druck. Hinzu kommt ein verschärfter internationaler Wettbewerb. Eine komplexe Gemengelage, die für viele Unternehmen in Deutschland zunehmend zur existenziellen Frage wird. Fachleute rechnen daher für 2026 mit einem Insolvenz-Niveau, das an die Zeit der Finanzkrise heranreichen könnte.

 

Warum der DAX dennoch steigt

Parallel dazu erreichte der DAX einen historischen Höchststand. Das ist jedoch weniger Ausdruck einer starken Binnenkonjunktur als vielmehr ein Spiegel der internationalen Ausrichtung seiner Mitgliedsunternehmen. Ein Großteil der Umsätze der 40 im DAX gelisteten Konzerne wird im Ausland erzielt, häufig außerhalb Europas. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland spielt für diese Unternehmen daher nur noch eine untergeordnete Rolle.

Für viele mittelständische Unternehmen gilt das Gegenteil. Sie sind tief in regionale Wertschöpfungsketten eingebunden und können sich den strukturellen Schwächen des Standorts – etwa bei Energiekosten, Regulierung, Fachkräftemangel oder Investitionsklima – nicht ohne Weiteres entziehen. Entsprechend konzentrieren sich die Insolvenzen vor allem außerhalb der großen börsennotierten Konzerne.

 

Krise heißt nicht Stillstand – sondern Handlungsbedarf

Unternehmenskrisen sind Ausnahmesituationen. Sie gehen mit erheblichem zeitlichem, wirtschaftlichem und persönlichem Druck einher. Gerade in solchen Phasen ist es entscheidend, besonnen, strukturiert und rechtssicher zu handeln.

Krise bedeutet dabei nicht zwangsläufig Stillstand. Sie erfordert vielmehr Klarheit, Struktur und eine realistische Einschätzung der eigenen Situation. Die frühzeitige Einordnung wirtschaftlicher Entwicklungen ist heute ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. In diesem Kontext gewinnen Fragen der Stabilität, der Fortführungsfähigkeit und möglicher Handlungsoptionen zunehmend an Bedeutung – lange bevor über Sanierung, Restrukturierung oder gar ein Insolvenzverfahren nachgedacht wird.

Als Boutique-Kanzlei mit langjähriger Erfahrung in der Beratung mittelständischer Unternehmen kennt KHS diese Situationen aus der Praxis. Ziel ist es nicht, vorschnelle Lösungen zu propagieren, sondern Handlungsspielräume transparent zu machen, Optionen einzuordnen und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

 

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Die steigenden Insolvenzzahlen werfen grundlegende Fragen nach Verantwortung, Einordnung und Handlungsfähigkeit auf.

Diesen Fragen widmen wir uns in den folgenden Beiträgen dieser Reihe: In Teil 2 zeigen wir auf, welche Beratungsmöglichkeiten Unternehmen vor einer Insolvenz zur Verfügung stehen. Teil 3 befasst sich mit den Optionen und Instrumenten während und nach einer Insolvenz.

 

Interview: Andreas May stellt sich vor

Seit Oktober 2025 verstärkt Andreas May das Team von KHS. Im Interview spricht er über seinen ungewöhnlichen Einstieg in die Wirtschaftsprüfung, prägende Erfahrungen in großen Kanzleien und darüber, warum er sich bewusst für KHS als Boutique-Kanzlei entschieden hat.

 

 

Andreas, du bist seit gut drei Monaten Teil des KHS-Teams. Kannst du deinen bisherigen beruflichen Werdegang in wenigen Worten beschreiben?

Die Wirtschaftsprüfung war tatsächlich nicht mein erster Berufswunsch. Nach dem Abitur habe ich zunächst eine Ausbildung bei einem großen Versicherungsunternehmen gemacht und dort als Sachbearbeiter gearbeitet. Gegen Ende der Ausbildung habe ich mir sehr bewusst die Frage gestellt, ob ich mir diesen Beruf für den Rest meines Lebens vorstellen kann – und die Antwort war relativ klar: nein.

Mit Mitte 20 habe ich mich daher entschieden, noch einmal neu zu starten und ein BWL-Studium in Aachen aufzunehmen. Dort habe ich schnell meinen Schwerpunkt in der Bilanzierung und Wirtschaftsprüfung gefunden. Nach dem erfolgreichen Abschluss bin ich zu EY, einer der Big-Four-Gesellschaften, gewechselt und war dort rund zehn Jahre tätig. In dieser Zeit habe ich die Wirtschaftsprüfung von der Pike auf gelernt, auf dem gesamten Prüfungsportfolio gearbeitet – von der Assistenz- bis zur Managerfunktion – und sehr viel praktische Erfahrung gesammelt. Parallel dazu habe ich berufsbegleitend das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt.

 

Was hat dich an der Wirtschaftsprüfung von Anfang an interessiert – und was hält dich seit über zehn Jahren in diesem Berufsfeld?

Mich hat vor allem die Vielseitigkeit begeistert. Kein Mandat ist wie das andere, jede Prüfung bringt neue Fragestellungen mit sich und erfordert ein tiefes Verständnis für unterschiedliche Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verbindet die Wirtschaftsprüfung fachliche Tiefe mit unternehmerischem Denken – genau diese Kombination reizt mich bis heute und sorgt dafür, dass die Arbeit nie eintönig wird.

 

Welche Erfahrungen oder Stationen haben dich beruflich besonders geprägt?

Bei EY konnte ich sehr viele unterschiedliche Prüfungen gestalten und habe dort ein breites fachliches Fundament aufgebaut. Gleichzeitig gab es im Unternehmen eine Phase der Restrukturierung, in der der Fokus zunehmend auf Kostenoptimierung und verschlankten Prozessen lag. Ehrlich gesagt hat mir diese Entwicklung nicht mehr gefallen.

Für mich sind Feedbackkultur und Wertschätzung elementar, sowohl nach außen im Mandantenverhältnis als auch innerhalb unserer Organisation.

Nach einem Wechsel zu Rödl & Partner, einer weiteren großen Prüfungsgesellschaft, hatte ich zunächst gehofft, dort mehr Raum für persönliche Entwicklung und Mentoring zu finden. Relativ schnell habe ich jedoch gemerkt, dass auch dort standardisierte Abläufe und wirtschaftliche Effizienz im Vordergrund standen. Diese Erfahrungen haben mir sehr klar gezeigt, wie ich künftig arbeiten möchte – und wie eben nicht.

Unabhängig von einzelnen Stationen war auch die Arbeit während der Corona-Zeit sehr prägend für mich. Sie hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass ich jemand bin, der den persönlichen Austausch braucht: physisch vor Ort zu sein, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie Mandanten im Team zu arbeiten und Dinge miteinander zu entwickeln.

 

Was hat dich schließlich dazu bewegt, den nächsten Karriereschritt zu KHS zu gehen?

Der Kontakt zu KHS entstand über persönliche Gespräche, zunächst mit Lucas, dann auch mit Matthias. Schon beim ersten Austausch hatte ich das Gefühl, dass wir fachlich und vor allem menschlich auf einer Wellenlänge liegen.

Mir war wichtig, einen Ort zu finden, an dem ich nicht nur funktional eingebunden bin, sondern wirklich Verantwortung übernehmen und mich weiterentwickeln kann. Bei KHS habe ich sehr schnell gemerkt, dass genau dieser Anspruch gelebt wird – mit klarer fachlicher Exzellenz, aber eben auch mit einem starken Fokus auf Vertrauen, Austausch und Entwicklung. Dieser erste Eindruck hat sich bis heute vollständig bestätigt.

 

Wir hast du deine ersten Wochen bei KHS erlebt – gab es etwas, das dich überrascht hat?

Überrascht war ich eigentlich nicht, weil sich vieles bestätigt hat, was ich mir erhofft hatte. Besonders positiv war für mich die enge Zusammenarbeit von Beginn an. Ich konnte ab dem ersten Tag Verantwortung übernehmen, Mandantentermine begleiten und sehr nah erleben, wie hier Themen angegangen und gelöst werden.

Vor allem Matthias war in dieser Phase ein echter Mentor für mich. Er ist exzellent in der Mandantenkommunikation, und ich hatte sofort das Gefühl, dass ich von ihm sehr viel lernen kann. Diese direkte Einbindung und das Arbeiten auf Augenhöhe sind für mich keine Selbstverständlichkeit – bei KHS aber gelebter Alltag.

 

KHS versteht sich als Boutique-Kanzlei mit einem klaren Qualitätsanspruch. Was bedeutet dieser Ansatz für dich persönlich?

Für mich bedeutet das vor allem einen ganzheitlichen Beratungsansatz. Von der ersten Planung über Diskussionen bis hin zur Lösungsfindung arbeiten wir gemeinsam und individuell an den Themen unserer Mandanten.

Was mir in großen Kanzleien oft gefehlt hat, war das Gefühl, wirklich wahrgenommen zu werden – dort ist man schnell einer von vielen. Bei KHS ist es genau umgekehrt: Unsere Mandanten sind eben nicht einer von vielen, sondern jedes einzelne Mandat wird persönlich begleitet. Wir sehen die Menschen hinter den Zahlen und genau das macht für mich den Unterschied aus.

 

Worauf legst du in der Zusammenarbeit mit Mandant:innen besonders Wert?

Mir ist wichtig, für meine Mandantinnen und Mandanten der zentrale Ansprechpartner zu sein. Der enge, direkte Austausch auf Augenhöhe ist etwas, das ich sehr schätze und das bei KHS auch konsequent gelebt wird.

Der Arbeitsalltag ist dabei oft sehr dynamisch. Mandanten kommen mit akuten Fragestellungen, für die es schnelle und zugleich durchdachte Lösungen braucht. Genau das motiviert mich: flexibel zu bleiben, neue Lösungswege zu entwickeln und auch mal über den eigentlichen Auftrag hinauszudenken.

Was ich im Team von KHS immer wieder erlebe, ist, dass niemand „Dienst nach Vorschrift“ macht. Wir verstehen uns als Dienstleister im besten Sinne und möchten Mandate ganzheitlich betreuen. Das bedeutet, nicht in Silos zu denken und zu arbeiten, sondern auch dort Unterstützung zu bieten, wo der eigentliche Auftrag formal vielleicht schon geendet ist.

Vielleicht passt es ganz gut zu meinem Verständnis von Beratung, dass man mir meine Haltung nicht nur im Gespräch anmerkt, sondern auch ein Stück weit ansieht. In einer Branche, die eher für graue Anzüge bekannt ist, sind sichtbare Tattoos sicher nicht alltäglich – für mich aber Ausdruck von Persönlichkeit. Und genau die bringe ich auch in meine Arbeit ein: authentisch, verbindlich und ohne Maske.

 

Gibt es Themenfelder oder Schwerpunkte, die du in den kommenden Jahren bei KHS besonders vorantreiben möchtest?

Ich finde es sehr spannend, dass KHS gezielt Raum für den Ausbau von Nischen bietet – etwa im Bereich Insolvenz, Sanierung und Restrukturierung. Diese Themen sind fachlich anspruchsvoll und zugleich extrem relevant für Unternehmen in herausfordernden Situationen.

Darüber hinaus bauen wir unser internationales Netzwerk stetig aus. Das schafft nicht nur zusätzliche Erfahrungswerte für uns, sondern bietet auch unseren Mandanten einen echten Mehrwert.

 

Was motiviert dich in deiner täglichen Arbeit am meisten?

Ganz klar: meine Familie. Sie ist mein zentraler Antrieb – sowohl beruflich als auch privat.

 

Wenn du auf die kommenden Jahre blickst: Was möchtest du bei KHS langfristig erreichen?

Mein Ziel ist es, echten Mehrwert für die Kanzlei zu schaffen und mich gleichzeitig fachlich weiterzuentwickeln. Für 2026 habe ich mir ganz bewusst das „Jahr des Lernens“ vorgenommen – mit zusätzlichen Qualifikationen, neuen Themenfeldern und neuen Mandaten.

Ich habe das Gefühl, dass KHS genau der richtige Ort ist, um sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und aktiv am Wachstum der Kanzlei mitzuwirken. Deshalb blicke ich sehr positiv auf die kommenden Jahre – als Phase des Ausprobierens, der Innovation und des gemeinsamen Wachstums.

 

Und zum Schluss: Wie sieht für dich der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag aus?

Familie und Sport – vor allem Fußball und Tennis. Und natürlich darf auch ein Kölsch zum Feierabend mal sein.

 

Interview: Lucas Hirschmann wird Equity Partner bei KHS

Zum 1. Januar 2026 wird Lucas Hirschmann Equity Partner bei KHS. Bereits seit vielen Jahren prägt er die Kanzlei fachlich wie strategisch und hat zuletzt als Salary Partner zusätzliche Verantwortung übernommen. Im Interview spricht er über seinen Weg zu KHS, die neue Rolle als Mitunternehmer, aktuelle Entwicklungen in Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung – und darüber, was ihn persönlich antreibt.

„Lucas ergänzt unser Partnerteam fachlich wie menschlich in idealer Weise. Seine Expertise im Corporate Tax- und M&A-Umfeld sowie sein Blick für integrierte Lösungen sind ein großer Gewinn für KHS. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit als Equity Partner“, sagt Andreas Kempis zur neuen Position. Dem schließt sich Matthias Kleinlosen an: „Lucas steht wie kaum ein anderer für unseren Qualitätsanspruch und für eine Beratung, die fachliche Tiefe mit unternehmerischem Denken verbindet. Der Schritt in die Equity-Partnerschaft ist folgerichtig und ein starkes Signal für die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Kanzlei.“

 

Interview

Lucas, du bist seit vielen Jahren Teil von KHS und hast die Kanzlei entscheidend mitgeprägt. Wie würdest du deinen beruflichen Weg bis zu deiner neuen Rolle als Equity Partner beschreiben?

Ich bin damals bei einer der großen „Big-Four“-Gesellschaften in den Beruf eingestiegen. Das Arbeiten in einem global organisierten Netzwerk war eine wertvolle Erfahrung – die Strukturen sind klar, die Lernkurve anfangs auch sehr steil. Aber ehrlich gesagt fühlte ich mich dort mit der Zeit wie „einer von vielen“ und die Entwicklung verläuft zunehmend in festen Bahnen.

Der Wechsel zu KHS war für mich deshalb spannend, weil er sowohl organisatorisch als auch fachlich eine völlig neue Perspektive eröffnet hat. In einer mittelständischen Kanzlei wie unserer trägt man von Anfang an mehr Verantwortung, gestaltet Themen aktiv mit und kann eigene fachliche Schwerpunkte weiterentwickeln.

In den vergangenen Jahren konnte ich genau das tun – meine Expertise ausbauen, Mandate ganzheitlich begleiten und gemeinsam mit meinen Mentoren, Matthias Kleinlosen und Andreas Kempis, lernen, wie man eine Kanzlei strategisch führt und weiterentwickelt.

 

Gab es besondere berufliche oder persönliche Momente, die deinen Weg in die Partnerschaft beeinflusst haben?

Rückblickend waren es für mich gar nicht so sehr die großen Meilensteine, sondern eher die vielen kleinen Erfolgserlebnisse: eine gelungene Steuergestaltung, ein effizient abgeschlossener Jahresabschluss oder eine Prüfung, nach der man einfach sieht, wie erleichtert und zufrieden ein Mandant ist.

Und natürlich hat mich auch der Austausch im Partnerteam geprägt – gerade dann, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Solche Diskussionen können herausfordernd sein, eröffnen aber neue Perspektiven und führen oft zu besseren Lösungen. Entscheidend ist, dass man wertschätzend miteinander umgeht, bereit ist, die eigenen Annahmen auch mal zu hinterfragen, und gemeinsam an einer Lösung arbeitet.

 

Was hat dich damals an KHS gereizt – und was hält dich bis heute hier?

Mich hat gereizt, dass KHS trotz der vergleichsweise kleinen Größe an hochspannenden Projekten arbeitet, viele davon mit internationalem Bezug. Und was mich bis heute hält? Ganz einfach: Es wird hier nie langweilig. Jede Woche bringt neue Fragestellungen, neue Mandate und neue Herausforderungen mit sich.

 

Mit der Ernennung zum Equity Partner verändert sich dein Verantwortungsbereich ein weiteres Mal. Was bedeutet diese neue Rolle für dich?

Ich sehe die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kanzlei als eine meiner zentralen Aufgaben. Als Equity Partner trage ich die volle Verantwortung für meinen Mandantenstamm und für die Mitarbeitenden in meinem Team. Gleichzeitig wächst die unternehmerische Perspektive: Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf die Kanzlei aus – fachlich, organisatorisch und wirtschaftlich.

 

Welche Themen möchtest du in der erweiterten Kanzleiführung künftig besonders vorantreiben?

Ein Kernanliegen ist mir eine zeitgemäße Mitarbeiterführung. Wir können nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn wir als Team funktionieren. Dazu gehören Wertschätzung, klare Entwicklungspfade und eine Kultur, in der Eigenverantwortung gefördert wird. Ohne das geht es nicht. Ich möchte Menschen fördern, die Verantwortung übernehmen wollen und Lust haben, sich weiterzuentwickeln.

Zudem möchte ich die Digitalisierung innerhalb der Kanzlei weiter vorantreiben und die Spezialisierung in unseren Kernbereichen stärken – insbesondere im Corporate Tax, M&A und Restrukturierungsumfeld.

 

Apropos M&A und Corporate Tax: Welche Entwicklungen beobachtest du dort aktuell?

Wir erleben eine deutliche Zunahme an Komplexität, getrieben durch die Internationalisierung des Steuerrechts. Vereinfachungen, etwa durch europäische Harmonisierung, klingen auf dem Papier gut, führen in der Praxis aber häufig zu mehr Aufwand bezüglich Dokumentation und Compliance. Mandanten benötigen deshalb zunehmend ganzheitliche Beratung, die steuerliche Risiken minimiert und gleichzeitig effiziente Strukturen schafft.

 

Wie wichtig ist Spezialisierung für die Beratungsqualität?

Wir sehen uns als Boutique-Kanzlei. Unser Ansatz ist in jedem Belang „Quality first“ – und das lebt von Spezialisierung. Die Anforderungen in unseren Disziplinen steigen durch Digitalisierung, Globalisierung und demografische Veränderungen stetig. Fachliche Tiefe schafft Vertrauen und ist zugleich natürlich ein wichtiges Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern.

In meiner täglichen Arbeit mit unseren Mandaten bedeutet das individuelle Lösungen statt Standardkonzepte. Und für uns als Kanzlei kontinuierliche Weiterbildung und konsequente Qualitätskontrollen. Nur so können wir unseren eigenen Anspruch erfüllen.

 

Auch im Bereich Restrukturierung steigt die Nachfrage. Wie bereitet sich KHS darauf vor?

Wenn Umsätze schwanken, Kosten steigen oder Verbindlichkeiten fällig werden, geraten Unternehmen schnell unter Druck. Diese Situationen sind oft geprägt von Unsicherheit – das spüre ich in Gesprächen mit Mandantinnen und Mandanten immer wieder sehr deutlich. Viele stehen vor Entscheidungen, die weit über einzelne Zahlen hinausgehen und bei denen es auf einen verlässlichen, erfahrenen Partner ankommt, der zuhört, versteht und Orientierung gibt.

Wir bauen unsere Kompetenz in diesem Bereich gezielt aus: durch belastbare Unternehmensplanungen, die Plausibilisierung vorhandener Prognosen und gutachterliche Stellungnahmen. Gleichzeitig verzahnen wir Restrukturierungsthemen noch stärker mit unseren Bereichen M&A und Tax, um integrierte, praxistaugliche Lösungen anbieten zu können. Kurz gesagt: Wir richten unsere Strukturen so aus, dass wir Mandanten gerade in herausfordernden Situationen bestmöglich begleiten können.

 

Was zeichnet aus deiner Sicht das Führungsteam von KHS aus – und welchen Beitrag leistest du selbst?

Wir verfügen über hohe fachliche Kompetenz, kurze Entscheidungswege und eine sehr teamorientierte Kultur. Mein Beitrag liegt vor allem in Empathie, Effizienz und internationaler Projekterfahrung. Ich bin jemand, der sich gut in andere hineinversetzen kann – egal ob Mitarbeitende oder Mandanten. Wertschätzung ist mir wichtig, und ich versuche, das täglich spürbar zu machen.

 

Du engagierst dich stark für Recruiting und Teamentwicklung. Was ist dir hier besonders wichtig?

Um in einer Boutique-Kanzlei wie KHS erfolgreich zu sein, braucht es Neugier, Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und eine ausgeprägte Mandantenorientierung. Diese Eigenschaften möchten wir gezielt fördern – durch Mentoring, regelmäßiges Feedback und die Entwicklung individueller Stärken. Unser Ziel ist es, Karrierewege transparent, sichtbar und erreichbar zu machen und damit gerade auch Nachwuchstalenten echte Perspektiven zu bieten.

Fachliche Kompetenz und Lernbereitschaft sind dabei selbstverständlich wichtig. Aber wie ich schon sagte: Mindestens genauso entscheidend ist für mich eine wertschätzende Kommunikation und ein starker kollegialer Zusammenhalt.

 

Wo siehst du die größten Chancen für KHS in den kommenden Jahren?

Große Chancen liegen für uns ganz klar in der Digitalisierung und der Automatisierung von Prozessen. Viele Abläufe lassen sich künftig deutlich effizienter gestalten, was unseren Mitarbeitenden Freiräume für die inhaltlich anspruchsvollen Aufgaben gibt – also genau die Bereiche, in denen wir unseren „Quality first“-Anspruch ausspielen können.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Ausbau unseres internationalen Netzwerks. Durch unsere Mitgliedschaften in verschiedenen Netzwerken, wie zum Beispiel IR Global – einem weltweit aktiven Verbund aus spezialisierten Kanzleien verschiedener Fachrichtungen – können wir Mandanten zunehmend auch bei grenzüberschreitenden Fragestellungen begleiten. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern schafft nicht nur zusätzliche Expertise, sondern auch langfristige Beziehungen, von denen unsere Mandanten unmittelbar profitieren.

Und schließlich sehe ich in der Spezialisierung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Anforderungen in Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung werden komplexer, der Beratungsbedarf differenzierter. Kanzleien, die fachlich tief aufgestellt sind und sich klar positionieren, können Mandanten ein anderes Niveau an Qualität, Sicherheit und Weitsicht bieten. Genau das ist unser Ansatz – und den möchten wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

 

Wenn du auf KHS im Jahr 2030 blickst: Was wünschst du dir?

Eine führende Boutique-Kanzlei für komplexe Steuer- und M&A-Themen, ein diversifiziertes und spezialisiertes Team sowie hoch digitale, effiziente Prozesse.

 

Was motiviert dich persönlich an deiner Arbeit – gerade in anspruchsvollen oder komplexen Mandaten?

Mich motiviert vor allem die inhaltliche Herausforderung. Ich habe große Freude daran, mich in anspruchsvolle Themen einzuarbeiten und Lösungen zu entwickeln, die genau auf die Situation des jeweiligen Mandanten passen. Gerade in komplexen Fällen zeigt sich, wie viel Vertrauen Mandantinnen und Mandanten in uns setzen – und dieses Vertrauen zu stärken, ist für mich ein zentraler Antrieb.

Wir können als Kanzlei spürbare Mehrwerte schaffen, sei es durch eine durchdachte steuerliche Gestaltung, eine klare Struktur in einer Transaktion oder eine Lösung, die Sicherheit in einer schwierigen Phase gibt. Diese Erfolgserlebnisse sind für mich der Kern unserer Arbeit. Sie zeigen, dass individuelle Beratung einen echten Unterschied macht – und genau das begeistert mich jeden Tag aufs Neue.

 

Zum Abschluss: Was möchtest du Mandanten und dem Team für deinen Start als Equity Partner mitgeben?

Mir ist es wichtig, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen – denn nur als Team können wir nachhaltig erfolgreich sein. Für unsere Mandantinnen und Mandanten bedeutet das: Wir bleiben verlässliche Partner, die höchste Qualität und individuelle Lösungen bieten. Für das Team heißt es: Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Die kommenden Jahre werden von Veränderung geprägt sein – fachlich wie technologisch. Ich möchte alle ermutigen, diese Chancen aktiv zu nutzen, Innovationen anzunehmen und dabei unsere Werte nicht aus den Augen zu verlieren: Vertrauen, Qualität und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wenn wir das leben, sind wir für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

 

 

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